Woran Sie einen guten Erdbauer erkennen: 7 Fragen mit Werten und eine Checkliste
Einen guten Erdbauer erkennen Sie daran, dass er vor dem Auftrag Zahlen nennt und sie ins Angebot schreibt. Er nennt das Gefälle der Einfahrt in Prozent, die Schichtdicke vor dem Festrütteln in Zentimetern und den Abstand des Baggers zu Leitungen. Hier stehen die üblichen Werte mit Erklärung, damit Sie seine Antworten prüfen können, auch ohne Bauerfahrung.
Von Erik Rehn, Erdarbeiten und Baggerverleih aus Seth, Kreis Segeberg · Stand:

Das Wichtigste in Kürze
- Höhen stellt ein guter Erdbauer mit dem Laser ein: Beim Planieren (Boden glatt abziehen) steuert ein 2D-Laser das Schild der Maschine, beim Baggern und Rohrverlegen zeigt meist ein Rotationslaser an einer Messlatte, ob die Höhe stimmt.
- Wie viel Gefälle Pflaster braucht, hängt vom Belag und von der Nutzung ab: Eine befahrene Einfahrt mit Beton- oder glattem Pflaster mindestens 2 %, besser 2,5 % (2,5 cm Höhenunterschied auf jedem Meter), raues Natursteinpflaster mindestens 3 %, eine Terrasse 1,5 bis 2 %. Nur versickerungsfähiges Pflaster kommt mit 1 % aus, weil das Wasser dort durch die Fugen in den Boden geht.
- Aufgefüllter Boden wird Schicht für Schicht festgerüttelt. Wie dick eine Schicht sein darf und wie oft gerüttelt wird, hängt von Boden, Material, Feuchte und Gerät ab; bei Sand und einer mittleren Rüttelplatte sind es grob 20 bis 40 cm.
- Unter Straßen, Parkplätzen und befahrenen Zufahrten verlangt das Regelwerk auf dem abgezogenen Boden meist einen Festigkeitswert Ev2 von mindestens 45 MN/m²; gemessen wird er mit dem Plattendruckversuch. Unter Häusern legen Statik und Bodengutachten den Wert fest, bei privaten Einfahrten wird er vereinbart.
- Mit dem Bagger wird meist nur bis etwa 30 cm (eine Linealslänge) an eine bekannte Leitung herangegraben, den Rest gräbt man mit der Schaufel frei. Verlangt der Netzbetreiber mehr Abstand, gilt seine Vorgabe.
- Gräben, in die jemand hineinsteigt, brauchen ab 1,25 m Tiefe (etwa Brusthöhe) schräge Wände, eine sogenannte Böschung, oder eine Abstützung, den Verbau. Bei weichem oder nassem Boden muss schon flacher gesichert werden.
- Was die Entsorgung von Aushub kostet, entscheidet seit August 2023 eine Laboruntersuchung des Bodens; deshalb gehört sie als eigener Posten ins Angebot.
Die Werte sind Regel- und Faustwerte. Was auf Ihrer Baustelle gilt, legen Planer, Statiker, Bodengutachten oder der Netzbetreiber fest. Die Tabelle zeigt, wofür die Werte gedacht sind.
Wofür die Richtwerte gelten: Tabelle mit 5 Richtwerten: wofür sie meist gelten und wer sie festlegt
| Richtwert | Gilt meist für | Wer es auf Ihrer Baustelle festlegt |
|---|---|---|
| Gefälle mind. 2 %, besser 2,5 % | befahrene Einfahrt mit Beton- oder glattem Pflaster; rauer Naturstein mind. 3 %, Terrasse 1,5 bis 2 % | Planer; versickerungsfähiges Pflaster mind. 1 %, bei großen Platten oder Rinnen eigene Werte |
| Ev2 mind. 45 MN/m² | Planum unter Straßen, Parkplätzen und befahrenen Zufahrten | Planung oder Ausschreibung; unter Häusern Statik und Bodengutachten; bei privaten Einfahrten wird der Wert vereinbart |
| Etwa 30 cm Abstand zur Leitung | Baggern neben bekannten Leitungen, deren Lage freigelegt oder sicher bekannt ist | Schutzanweisung des Netzbetreibers, manche verlangen mehr; bei unklarer Lage erst Suchschlitz von Hand |
| Sichern ab 1,25 m Tiefe | Gräben, in die jemand hineinsteigt, in standfestem Boden mit fast ebenem Rand | Regel nach DIN 4124; bei weichem oder nassem Boden, Auflast oder Fahrzeugen am Rand schon flacher |
| Schichtdicke grob 20 bis 40 cm | Sand mit mittlerer Rüttelplatte; nur als grobe Orientierung | Erdbauer nach Boden, Material, Feuchte und Gerät, auf großen Flächen per Probeverdichtung; Lehm braucht dünnere Schichten |
Stellen Sie diese sieben Fragen jedem Anbieter, am Telefon oder beim Termin auf dem Grundstück. Ein guter Erdbauer antwortet mit Maßen, Geräten und Namen. Was er zusagt, gehört ins Angebot.
1. Wie stellen Sie Höhen und Gefälle ein?
Mit dem Laser: Beim Planieren steuert ein 2D-Laser das Schild der Maschine, beim Baggern und an Leitungen zeigt ein Rotationslaser an der Messlatte die Höhe.
Darauf kommt es an: Laser und Bezugspunkt, Gefälle für Einfahrt, Terrasse, Sickerpflaster und Abwasserrohre
Gefälle heißt: Die Fläche ist leicht schräg, damit Regen abläuft. Damit das klappt, muss jede Stelle genau auf der richtigen Höhe liegen. Das schafft kein Augenmaß, sondern ein Laser.
Beim Planieren, also beim glatten Abziehen einer Fläche, steht der Laser auf einem Dreibein am Rand. Er wirft eine unsichtbare, gleichmäßig geneigte Ebene über die Fläche. Ein Empfänger am Schild der Maschine fängt den Strahl auf. Die Steuerung hebt oder senkt das Schild dann von selbst. „2D“ heißt: Das Gefälle kann in zwei Richtungen zugleich laufen.
Beim Baggern und beim Verlegen von Rohren steht meist ein Rotationslaser am Rand. Der Empfänger sitzt an einer Messlatte, einem langen Maßstab. Die Latte wird auf den Grabenboden oder das Rohr gestellt. Der Empfänger zeigt, ob die Stelle zu hoch oder zu tief liegt.
Alle Höhen gehen von einem festen Bezugspunkt aus, etwa einem Kanaldeckel auf der Straße oder der späteren Fußbodenhöhe im Haus. Ohne diesen Punkt stimmt das Gefälle nur ungefähr.
- Einfahrt: befahrenes Beton- oder glattes Pflaster mindestens 2 %, besser 2,5 %, damit trotz kleiner Unebenheiten nirgends Wasser stehen bleibt. 2,5 % sind 2,5 cm Höhenunterschied auf 1 m. Bei einer 6 m langen Einfahrt liegt das untere Ende also 15 cm tiefer als das obere. Raues Natursteinpflaster, etwa Kopfsteinpflaster, braucht mindestens 3 %.
- Terrasse und Weg: Flächen, die nur begangen werden, brauchen weniger: glatte Steine mindestens 1,5 %, raue mindestens 2 %.
- 1 % nur bei Sickerpflaster: Versickerungsfähiges Pflaster (Ökopflaster, breite Sickerfugen, Rasenfugen) darf flacher liegen, mindestens 1 %, weil der Regen durch die Fugen in den Boden geht. Das Gefälle sorgt hier nur bei Starkregen dafür, dass das Wasser kontrolliert abläuft. Normales Pflaster mit 1 % hat dagegen Pfützen.
- Spielraum: 0,4 Prozentpunkte nach oben oder unten sind erlaubt, aber nie unter den Mindestwert.
- Zu steil: Ab etwa 6 % spült Starkregen den Sand aus den Fugen.
- Schon im Untergrund: Das Gefälle gehört in den abgezogenen Boden unter dem Pflaster, das Planum. Es wird nicht erst im Splittbett ausgeglichen, in dem die Steine liegen. Auf Lehmboden braucht das Planum mindestens 4 %, weil Lehm Wasser schlecht durchlässt.
- Am Haus: Wasser läuft immer vom Haus weg, nie zur Hauswand hin.
- Abwasserrohre außerhalb des Hauses: Wie viel Gefälle ein Rohr braucht, hängt davon ab, wo es liegt und ob es belüftet ist. Außerhalb des Hauses braucht ein Rohr mit etwa 10 cm Durchmesser (Fachbegriff DN 100) mindestens 1 cm Gefälle je Meter, ein Rohr mit etwa 15 cm (DN 150) etwa 0,7 cm, eines mit etwa 20 cm (DN 200) 0,5 cm.
- Abwasserrohre unter dem Haus: Unter dem Haus genügen 0,5 cm je Meter.
- Anschlussleitungen und Belüftung: Bei den Anschlussleitungen, die vom Waschbecken, der Dusche oder dem WC kommen, macht die Belüftung den Unterschied: Unbelüftet brauchen sie mindestens 1 cm je Meter, belüftet reichen 0,5 cm. Belüftet heißt, die Leitung bekommt über ein Rohr bis übers Dach oder ein Belüftungsventil Luft nach. Sonst kann das ablaufende Wasser einen Sog bilden, der die Geruchsverschlüsse leer zieht, und es gluckert.
Gute Antwort
- „Wir messen vom Kanaldeckel aus. Die Einfahrt bekommt 2,5 % Gefälle zur Rinne.“
- Er nennt den Laser und prüft mit der Messlatte nach.
- Das Gefälle liegt schon im Untergrund.
Warnsignal
- Höhen „nach Gefühl“.
- „Das Gefälle machen wir im Splitt.“
- Im Angebot steht keine Prozentzahl.
So machen wir es
Wir planieren mit 2D-Laser. An der 9-t-Planierraupe arbeitet ein System von Leica Geosystems, der Bobcat T450 hat ein Laserschild. Beim Baggern und an Leitungen arbeiten wir meist mit Rotationslaser, Empfänger und Messlatte. So war es auch am Graben entlang der Hauswand beim Sickerschacht in Norderstedt. Die Sollhöhen gibt der Planer vor. Gibt es keinen Planer, etwa bei Garten oder Hofeinfahrt, legen wir die Höhen gemeinsam mit Ihnen fest.
Mehr dazu:Planierarbeiten mit LaserReitplatz- und Paddockbau


2. In welchen Lagen verdichten Sie, und mit welchem Gerät?
Aufgefüllter Boden wird Schicht für Schicht eingebaut und jede Schicht für sich festgerüttelt; wie dick eine Schicht sein darf, hängt von Boden, Material, Feuchte und Gerät ab.
Darauf kommt es an: Lagen und Übergänge, Zeichnung und Tabelle zur Schichtdicke, Verdichten über Rohren, Proctordichte
Verdichten heißt: Lockeren Boden so festrütteln, dass er sich später nicht mehr setzt. Eine Rüttelplatte wirkt aber nur bis in eine bestimmte Tiefe. Wer 60 cm Sand auf einmal einkippt, lässt den unteren Teil locker. Die Folge sehen Sie Monate später: Das Pflaster sackt ein, oder über dem Rohrgraben entsteht eine Mulde.
Fachleute sagen zu einer Schicht „Lage“ und zu ihrer Dicke vor dem Rütteln „Schütthöhe“. Ein „Übergang“ ist eine Fahrt mit dem Gerät über die Fläche. Wie dick eine Lage sein darf und wie viele Übergänge sie braucht, lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt davon ab, welcher Boden darunter liegt, welches Material eingebaut wird (Sand, Kies, Schotter, Recycling oder Lehm), wie feucht es ist und welches Gerät mit welcher Rüttelkraft fährt. Ein guter Erdbauer legt das für Ihre Baustelle fest und kann es begründen. Die Tabelle gibt nur eine grobe Orientierung.
Eine Rüttelplatte drückt den Boden nur bis in eine bestimmte Tiefe fest. Deshalb wird Sand oder Schotter in Lagen eingebaut: eine Lage schütten, mehrmals mit der Platte überfahren, dann die nächste. Wie dick eine Lage sein darf und wie oft die Platte darüber muss, hängt von Untergrund, Material, Feuchte und Gerät ab. Bei Sand und einer mittleren Rüttelplatte sind es grob 20 bis 40 cm, schwere Platten und Walzen schaffen mehr. Wird alles auf einmal geschüttet, bleibt der untere Teil locker und sackt später ab: Das Pflaster wird wellig, über verfüllten Gräben entstehen Mulden. Lehmiger Boden braucht dünnere Lagen, und bis 1 m über Rohren wird nur mit leichten und mittleren Platten verdichtet.
| Gerät | Sand und Kies | Lehm und Ton |
|---|---|---|
| Leichte Rüttelplatte | dünne Lagen, etwa bis 20 cm | ungeeignet |
| Mittlere Rüttelplatte | etwa 20 bis 40 cm | ungeeignet |
| Schwere Rüttelplatte | dickere Lagen möglich | ungeeignet |
| Walze mit Vibration | dickere Lagen möglich | mit passender Walze möglich |
| Stampfer | für Gräben und enge Ecken | dünne Lagen |
Grobe Werte aus dem Regelwerk für Rohrgräben (DWA-A 139): Bei Sand und Kies sind es 3 bis 5 Übergänge je Lage, bei Platten von 100 bis 300 kg in Lagen von 20 bis 40 cm, bei Platten von 300 bis 750 kg in 30 bis 60 cm. Über einem neuen Rohr sind es bis 1 m Überdeckung 20 bis 30 cm mit der mittleren Platte. Lehm braucht dünnere Lagen und mehr Übergänge, Ton lässt sich mit der Platte nicht verdichten. Wie viele Übergänge es auf Ihrer Baustelle sind, legt der Erdbauer nach Boden, Feuchte und Gerät fest, bei größeren Flächen auf einem Probefeld. Ob es gereicht hat, zeigt die Verdichtungsprüfung.
- Über neuen Rohren: Bis 1 m über dem Rohr kommen nur leichte und mittlere Platten zum Einsatz, die mittlere dort mit 20 bis 30 cm je Schicht. Direkt über dem Rohr wird meist erst gerüttelt, wenn 30 cm Sand darüber liegen. Sonst kann das Rohr brechen oder verrutschen.
- Wie fest ist fest genug? Fachleute messen das als Proctordichte. 100 % heißt: so dicht, wie derselbe Boden im Labor höchstens wird. Rohrgräben brauchen mindestens 97 %, der Untergrund aus Sand oder Kies mindestens 100 %, die Schotterschicht unter dem Pflaster mindestens 103 %.
- Große Flächen: Vorher wird auf einem Probestück getestet, welches Gerät, wie viele Übergänge und welche Schichtdicke passen. Auch die Feuchte des Bodens muss stimmen, zu nasser Boden lässt sich nicht richtig verdichten.
Gute Antwort
- „Diesen Sand bauen wir in etwa 30-cm-Schichten ein und rütteln jede mit der 550-kg-Platte fest. An der ersten Lage sehen wir, ob das passt.“
- Er fragt nach Boden und Material, bevor er Zahlen nennt.
- Über dem Rohr nimmt er die mittlere Platte, bei uns die 195-kg-Platte, nie die schwere.
Warnsignal
- „Wir kippen alles rein und rütteln einmal drüber.“
- Er kann die Schichtdicke nicht in Zentimetern nennen.
- Die schwere Platte fährt direkt auf dem frisch verlegten Rohr.
So machen wir es
Wir verdichten mit drei Rüttelplatten mit 195, 550 und 830 kg und mit einer Tandemwalze. Die Platten haben Dieselmotor und sind reversierbar: Sie fahren vorwärts und rückwärts und kommen ohne Wenden aus dem Graben oder von der Hauswand weg. Nach den Faustwerten oben zählt die 195-kg-Platte zu den mittleren, die 550-kg-Platte zu den schweren Geräten. Beim Unterbau der Getreidehalle in Ellerau haben wir die Schotterschicht Schicht für Schicht eingebaut und jede mit der Rüttelplatte verdichtet.
Mehr dazu:Maschinenpark mit allen RüttelplattenRüttelplatte mieten



3. Wie weisen Sie nach, dass der Untergrund trägt?
Mit dem Plattendruckversuch: Er misst, wie fest der Boden ist. Unter Straßen, Parkplätzen und befahrenen Zufahrten verlangt das Regelwerk meist mindestens Ev2 45 MN/m²; was auf Ihrer Baustelle gilt, legen Planung oder Statik fest.
Darauf kommt es an: Zeichnung des Schichtaufbaus, Plattendruckversuch, Ev2 und Ev1, Schnelltest mit dem Fallgewicht
Unter dem Pflaster liegen mehrere Schichten, und jede hat eine Aufgabe. Die Tragschicht aus Schotter trägt das Gewicht der Autos. Die Frostschutzschicht lässt Wasser durch, damit im Winter nichts hochfriert. Das Planum ist der glatt abgezogene, festgerüttelte Boden, auf dem alles aufbaut. Das Gefälle, bei einer gepflasterten Einfahrt mindestens 2 %, besser 2,5 % (2,5 cm auf einen Meter), steckt schon im Planum und in jeder Schicht darüber, damit das Wasser vom Haus wegläuft. Ob der Boden fest genug ist, zeigt der Plattendruckversuch. Für befahrene Flächen gelten als Prüfwert (Ev2) üblicherweise mindestens 45 MN/m² auf dem Planum, 100 bis 120 MN/m² auf der Frostschutzschicht und 120 bis 180 MN/m² auf der Tragschicht. Bei privaten Einfahrten werden die Werte im Auftrag vereinbart.
Ob ein Boden trägt, sieht man ihm nicht an. Man muss es messen. Dafür gibt es den Plattendruckversuch. Eine runde Stahlplatte, meist 30, 60 oder 76,2 cm groß, wird mit einer Presse stufenweise in den Boden gedrückt. Als Gegengewicht dient ein beladener Lkw. Dann wird die Platte entlastet und ein zweites Mal belastet. Gemessen wird, wie weit der Boden nachgibt. Der eigentliche Versuch dauert etwa 30 Minuten.
Das Ergebnis heißt Ev2, in der Einheit MN/m². Ev2 ist ein Messwert dafür, wie fest der Boden ist. Je höher, desto mehr trägt er. Die erste Belastung ergibt den Wert Ev1.
- Ev2 auf dem Planum: Das Planum ist der glatt abgezogene und festgerüttelte Boden, auf dem alles aufbaut. Unter Straßen, Parkplätzen und Zufahrten braucht es mindestens 45 MN/m². Auf sauberem Sand verlangt die Regel 80, auf sauberem Kies 100 MN/m².
- Gut verdichtet oder nicht? Das zeigt das Verhältnis Ev2 zu Ev1. Auf dem Planum darf es höchstens 2,3 betragen, wenn 100 % Proctordichte gefordert sind, höchstens 2,5 bei 98 %. Ist der Wert höher, hat sich der Boden bei der ersten Belastung noch stark zusammengedrückt, war also nicht fest genug. Höhere Werte sind erlaubt, wenn Ev1 schon 60 % des geforderten Ev2 erreicht.
- Darüber steigen die Werte: Über dem Planum liegen die Frostschutzschicht (lässt Wasser durch, damit im Winter nichts hochfriert) und die Tragschicht (die Schotterschicht, die das Gewicht der Autos trägt). Sie brauchen je nach Belastung 100 bis 180 MN/m², siehe Zeichnung oben. Die Belastung ordnen Fachleute in Belastungsklassen ein, abgekürzt Bk; je höher die Zahl, desto mehr schwerer Verkehr.
- Unter einem Haus: Für den Boden unter Bodenplatte oder Sandplatte gibt es keinen festen Wert. Den legen in der Regel der Statiker und das Bodengutachten fest. Ein Bodengutachten ist ein Bericht, in dem ein Fachbüro nach Probebohrungen den Boden beschreibt.
- Schnelltest mit dem Fallgewicht: Beim leichten Fallgewichtsgerät fällt ein 10-kg-Gewicht auf eine 30-cm-Platte. Das geht schneller und ergibt den Wert Evd. Er gilt aber nur zwischen 15 und 70 MN/m² und bei Steinen bis 63 mm. Eine feste Formel, um Evd in Ev2 umzurechnen, gibt es nicht.
Gute Antwort
- „Welchen Wert hat Ihr Planer oder Statiker vorgegeben?“
- Er sagt, wer den Versuch macht und dass Sie das Protokoll bekommen.
- Er plant den Versuch auf dem Planum und auf der Schotterschicht.
Warnsignal
- „Das hält schon, das sehe ich.“
- Ev2 wird aus dem Fallgewicht „mal zwei“ gerechnet.
- Es gibt kein Protokoll.
So machen wir es
Den Plattendruckversuch macht ein Partnerunternehmen, den Termin stimmen wir ab. Das Prüfprotokoll bekommen Sie als Auftraggeber. Der Versuch steht als eigener Posten in der Rechnung. Höhen und Gefälle prüfen wir selbst mit Laser und Messlatte. Auf Wunsch halten wir Höhen und Verdichtung in einem Protokoll fest. Sprechen Sie das vor Beginn an.
Mehr dazu:Erdarbeiten und Bodenaustausch


4. Wie gehen Sie mit Leitungen im Boden um?
Vor dem ersten Baggerschlag liegen die Pläne aller Versorger vor. Mit dem Bagger wird meist nur bis etwa 30 cm an eine Leitung herangegraben, den Rest gräbt man mit der Schaufel frei; verlangt der Netzbetreiber mehr Abstand, gilt seine Vorgabe.
Darauf kommt es an: Zeichnung der üblichen Tiefen, 30 cm Abstand, Arbeit mit der Schaufel, Warnband, Strom
Vor dem ersten Baggern gehören die Leitungspläne aller Versorger auf den Tisch: Strom, Gas, Wasser, Telefon und, wo vorhanden, Fernwärme. In Straßen und Gehwegen liegen Strom- und Gasleitungen meist etwa 60 cm tief, Wasserleitungen frostfrei 1,0 bis 1,8 m und Abwasser 1,3 bis 2,0 m. Auf dem Grundstück liegen Leitungen oft flacher, und nicht jede ist im Plan eingezeichnet. Mit dem Bagger geht man meist nur bis etwa 30 cm an eine bekannte Leitung heran, das ist ungefähr die Länge eines Schullineals. Den Rest legt man vorsichtig mit der Schaufel frei. Verlangt der Netzbetreiber mehr Abstand, gilt seine Vorgabe. Ein Kabel gilt so lange als unter Strom, bis der Netzbetreiber etwas anderes sagt.
Im Boden liegen Kabel und Rohre für Strom, Gas, Wasser, Telefon und Internet, manchmal auch Fernwärme. Wo sie liegen, wissen die Versorger, auch Netzbetreiber genannt. Der Betrieb, der gräbt, muss das vor Beginn klären: beim Bauherrn und bei den Versorgern. Die Pläne zeigen die Lage aber nur ungefähr. Oft liegt eine Leitung flacher als eingezeichnet, manchmal nur wenige Zentimeter unter dem Rasen.
- 30 cm: Der Bagger gräbt meist höchstens bis 30 cm (etwa eine Linealslänge) über oder neben eine Leitung. Maßgeblich ist die Schutzanweisung des Netzbetreibers; manche verlangen mehr Abstand, dann gilt ihrer. Gemessen wird zur tatsächlichen Lage der Leitung, nicht zur Linie im Plan.
- Von Hand weiter: Den Rest gräbt man mit der Schaufel, Fachbegriff Handschachtung. Die Schaufel wird flach geführt, nicht wie ein Spaten senkrecht hineingestochen. Alternativ saugt ein Saugbagger den Boden ab. Ist die Lage unklar, gräbt man vorher von Hand kleine Suchlöcher, sogenannte Suchschlitze.
- Warnband: Über vielen Leitungen liegt ein buntes Plastikband, meist 20 bis 40 cm darüber. Es warnt nur. Gegen den Baggerlöffel schützt es nicht.
- Strom: Ein Kabel gilt als unter Strom, bis der Versorger schriftlich bestätigt, dass es abgeschaltet ist.
- Übliche Tiefen unter Straßen und Gehwegen: Telefon und Internet 0,5–0,6 m, Strom und Gas 0,6 m (etwa Kniehöhe), Wasser 1,0–1,8 m, Fernwärme 1,2 m, Abwasser 1,3–2,0 m. Siehe Zeichnung oben. Auf dem eigenen Grundstück können die Tiefen anders sein.
- Haftung: Wer eine Leitung beschädigt, haftet für den Schaden.
Gute Antwort
- „Ich brauche die Pläne von Strom, Gas, Wasser, Telekom und, wo es sie gibt, Fernwärme.“
- Die Arbeit mit der Schaufel an Leitungen steht im Angebot.
- Er fragt nach Leitungen, die auf keinem Plan stehen, etwa zur Gartenlampe oder zum Schuppen.
Warnsignal
- „Die liegen sowieso 60 cm tief.“
- Er baggert nach Plan bis zur eingezeichneten Tiefe.
- Leitungspläne kommen im Gespräch gar nicht vor.
So machen wir es
Vor dem Aushub fragen wir Sie nach den Leitungsplänen. Die bekommen Sie als Bauherr bei den Versorgern. Gräben für neue Anschlüsse an Strom, Wasser und Telefon heben wir auf Wunsch aus. Die Leitungen selbst legt der Versorger oder eine Firma in seinem Auftrag.
5. Wann bekommt der Graben eine Böschung oder einen Verbau?
Ab 1,25 m Tiefe, etwa Brusthöhe, braucht ein Graben schräge Wände oder eine Abstützung; flacher darf er bei festem Boden gerade Wände haben.
Darauf kommt es an: Zeichnung der Grabenformen, Grenzen nach Tiefe, Neigung der Böschung, Schutzstreifen, Abstand der Maschinen
Bis 1,25 m Tiefe, etwa Brusthöhe eines Erwachsenen, darf ein Graben in festem Boden senkrecht ausgehoben werden. Tiefer muss die Wand schräg abgeböscht oder mit einem Verbau abgestützt werden, sonst kann sie einstürzen. Ohne eigene Berechnung gilt als Neigung 45° in sandigem oder weichem Boden und 60° in steifem Lehm. Am Rand bleibt auf beiden Seiten ein Streifen von mindestens 60 cm frei, dort liegt weder Aushub noch Material. Fahrzeuge und Geräte bis 12 t halten mindestens 1 m Abstand zur Kante, schwerere bis 40 t mindestens 2 m. Ab 1,25 m Tiefe gehört eine Leiter in den Graben, damit man schnell herauskommt.
Senkrechte Grabenwände können einstürzen. Wer im Graben steht, wird verschüttet. Deshalb gibt es feste Regeln. Sie stehen in DIN 4124. Zwei Begriffe dazu: Eine Böschung ist eine schräg abgegrabene Wand. Ein Verbau sind Platten mit Streben, die senkrechte Wände abstützen.
- Bis 1,25 m (etwa Brusthöhe): gerade Wände ohne Abstützung erlaubt. Das Gelände daneben muss fast eben sein (bei Sand höchstens 1 m Anstieg auf 10 m, bei Lehm höchstens 1 m auf 2 m), und Fahrzeuge müssen Abstand halten.
- Bis 1,75 m: in festem Lehm erlaubt, wenn der Teil oberhalb von 1,25 m schräg abgegraben oder gesichert ist.
- Tiefer: Ohne Verbau wird die ganze Wand schräg, vom Grabenboden bis oben.
- Wie schräg: In Sand, Kies und weichem Lehm 45°, so schräg wie die Diagonale eines Quadrats. In festem Lehm 60°, im Fels 80°. Steiler oder über 5 m Höhe muss ein Fachmann rechnen.
- Platzbedarf: Bei 45° ist die Schräge oben so breit, wie der Graben tief ist. Ein 2 m tiefer Graben wird oben also auf jeder Seite 2 m breiter.
- Schutzstreifen: Am oberen Rand bleiben auf beiden Seiten mindestens 0,60 m frei, gut ein Schritt. Dort liegt kein Aushub und kein Material. Bis 0,80 m Tiefe darf eine Seite entfallen.
- Maschinen: Fahrzeuge und Geräte bis 12 t bleiben 1,00 m von der oberen Kante der Schräge weg, schwerere bis 40 t 2,00 m. Ein 18-t-Bagger hält also 2 m Abstand.
- Einstieg: Ab 1,25 m Tiefe gehört eine Leiter oder Treppe in den Graben.
Gute Antwort
- „Bei Ihrem Sand und 2 m Tiefe graben wir die Wände mit 45° schräg ab. Dafür brauchen wir neben dem Graben Platz.“
- Reicht der Platz nicht, nennt er den Verbau und schreibt ihn ins Angebot.
- Der Aushub kommt nicht an die Grabenkante.
Warnsignal
- „Wir sind ja gleich wieder draußen.“
- Ein senkrechter Graben tiefer als Brusthöhe, in dem jemand arbeitet.
- Der Bagger steht direkt an der Kante.
So machen wir es
Bei der Getreidehalle in Ellerau haben wir die Ränder der ausgehobenen Hallenfläche mit dem CAT 315 schräg abgegraben. Reicht eine Böschung nicht, etwa weil daneben kein Platz ist, sichern wir die Wand mit einem Verbau.
Mehr dazu:Erdarbeiten: Baugruben und Gräben

6. Wie trennen Sie den Boden, und wie rechnen Sie die Entsorgung ab?
Mutterboden, Unterboden und Bauschutt kommen auf getrennte Haufen, und die Entsorgung steht als eigener Posten im Angebot, abgerechnet nach dem, was die Untersuchung des Bodens ergibt.
Darauf kommt es an: Haufen richtig lagern, Untersuchung und Bodenklassen, Kubikmeter oder Tonnen
Mutterboden ist die dunkle, oberste Erdschicht, in der Pflanzen wachsen. Darunter liegt der hellere Unterboden aus Sand oder Lehm. Mutterboden ist gesetzlich geschützt: Er muss nutzbar bleiben. Deshalb wird er zuerst abgeschoben und für sich gelagert, damit er später wieder in den Garten kann.
- Haufen, Fachbegriff Miete: Mutterboden höchstens 2 m hoch, Unterboden höchstens 3 m. Niemand fährt auf den Haufen herum, und die Raupe schiebt sie nicht zusammen, sonst wird der Boden zu dicht. Haufen kommen nicht in nasse Senken. Bleiben sie länger liegen, wird Gras darauf gesät. Ist der Boden durchnässt, ruhen die Erdarbeiten.
- Untersuchung entscheidet den Preis: Boden, der abgefahren wird, kommt zu einer Annahmestelle, etwa einem Recyclinghof oder einer Deponie. Seit 1. August 2023 teilt die Ersatzbaustoffverordnung Aushub in Klassen ein, von BM-0 (sauber) bis BM-F3. Welche Klasse Ihr Boden hat, zeigt nur eine Laboruntersuchung. Sie entscheidet, ob der Boden wieder eingebaut werden darf oder auf die Deponie muss. Davon hängt der Preis ab.
- Nicht mischen: In der saubersten Klasse BM-0 dürfen höchstens 10 % Fremdes stecken, etwa Ziegel- oder Betonbrocken. Gemischter Aushub landet schnell in einer teureren Klasse.
- Alte Begriffe: Steht im Angebot noch „Z0“ oder „Z1.1“, sind das die Bezeichnungen von vor 2023. Eine genaue Umrechnung in die neuen Klassen gibt es nicht.
- Abgefahrener Mutterboden: Die Untersuchung kann entfallen, wenn es höchstens 500 m³ sind und nichts auf Schadstoffe hindeutet, weder beim Ansehen noch bei der früheren Nutzung des Grundstücks.
- Kubikmeter oder Tonnen: Annahmestellen wiegen meist und rechnen nach Tonnen. Der Aushub wird meist in Kubikmetern berechnet, gemessen im Boden. Ein Kubikmeter ist ein Würfel von 1 m × 1 m × 1 m.
- Umrechnung: Beim Ausbaggern lockert der Boden auf und wird mehr. Als Faustwert werden aus 1 m³ Sand in der Grube 1,14 bis 1,23 m³ auf dem Lkw, aus Lehm 1,27 bis 1,43 m³. Ein Kubikmeter Sand wiegt meist 1,7 bis 1,9 t, etwa so viel wie ein Auto. Aus 10 m³ Sand in der Grube werden also rund 11 bis 12 m³ auf dem Lkw und 17 bis 19 t auf der Waage.
- Wenn der Boden anders ist: Unter dem Rasen kann Lehm statt Sand liegen, alter Bauschutt, ein Fundamentrest oder Wasser. Klären Sie vorher, wann und wie Sie davon erfahren.
Gute Antwort
- „Der Mutterboden kommt an die Hecke, der Unterboden daneben, der Schutt in den Container.“
- Die Entsorgung ist ein eigener Posten, und er sagt, ob nach Tonnen oder Kubikmetern.
- Wiegescheine von der Annahmestelle gibt es auf Wunsch.
Warnsignal
- „Entsorgung pauschal inklusive“, ohne Angabe, für welchen Boden.
- „Der Boden kommt weg“, ohne Wort zur Untersuchung.
- Alles landet auf einem Haufen.
So machen wir es
Wo es nötig ist, lagern wir Mutterboden und Unterboden getrennt. Boden sieben wir auf Wunsch vor Ort mit einer Trommelsiebanlage, die Steine und Wurzeln aussortiert. Bauschutt zerkleinern wir mit dem Brecherlöffel zu Recyclingmaterial. Wir fahren mit dem Dreiseitenkipper ab oder stellen mit unserem Lkw, einem Arocs 2651, einen Abrollcontainer mit 10, 18 oder 25 m³.
Die Entsorgung rechnen wir nach der tatsächlichen Bodenklasse als eigenen Posten ab, nach m³ oder nach Tonnen, wie Sie es wünschen. Die Klasse zeigt sich oft erst beim Graben oder durch die Untersuchung. Deshalb steht die Entsorgung nicht mit festem Preis im Angebot. Verlangt die Annahmestelle eine Untersuchung, veranlassen wir sie in Rücksprache mit Ihnen. Alle übrigen Positionen stehen mit Mengen und Preis je Einheit im Angebot. Wiege- und Lieferscheine bekommen Sie auf Wunsch.
Ist der Untergrund unklar, graben wir zuerst mit dem Bagger nach. Mehrarbeit stimmen wir immer vorher mit Ihnen ab, auf dem Weg, der Ihnen passt: per WhatsApp, schriftlich oder als Nachtragsangebot.
Mehr dazu:Sieben und Brechen vor OrtContainerdienstAbbruch und Rückbau



7. Welche Baustelle wie meine kann ich mir ansehen?
Ein guter Erdbauer zeigt Baustellen mit Ort, Monat und Maschine und fragt auf Wunsch einen früheren Kunden, ob Sie eine fertige Fläche ansehen dürfen.
Darauf kommt es an: Ort, Monat und Maschine, fertige Fläche ansehen, Bewertungen lesen
Ein Foto mit Ort und Datum zeigt Maschine, Vorgehen und Ergebnis. Eine Baustelle aus dem letzten Monat im Nachbarort sagt mehr als eine Liste von Leistungen.
- Fragen Sie nach Ort, Monat und Maschine, nicht nur nach „so etwas haben wir schon oft gemacht“.
- Fertige Fläche ansehen: Gehen Sie nach einem Regen hin. Dann sehen Sie, ob Wasser abläuft und ob das Pflaster am Rand oder über einem Rohrgraben eingesackt ist.
- Bewertungen: Lesen Sie den Text, nicht nur die Sterne, und achten Sie auf das Datum.
- Maschine zur Zufahrt: Ein Betrieb mit nur großen Maschinen kommt nicht durch jedes Gartentor.
Gute Antwort
- „Im September haben wir in Ahrensbök den Sand unter einem Haus eingebaut. Die Fotos stehen online.“
- Er nennt die Maschine, mit der er Ihre Fläche bearbeiten würde.
- Er fragt einen früheren Kunden, ob Sie vorbeikommen dürfen.
Warnsignal
- Nur Fotos ohne Ort und Datum.
- Ausweichende Antworten auf die Frage nach einer ähnlichen Baustelle.
- Keine Anschrift im Impressum.
So machen wir es
Unter Projekte stehen unsere Baustellen mit Ort, Fotos und Maschinen, die jüngsten mit Monat:
- Sandplatte in Ahrensbök, September 2026: Grube ausgehoben, Höhen mit der Messlatte geprüft, Sand eingebaut und festgerüttelt
- Sickerschacht in Norderstedt, September 2026: Schacht aus Betonringen, in dem Regenwasser versickert, dazu Rohre für Regen- und Abwasser ums Haus
- Befestigte Fläche in Neuengörs, Oktober 2026: Recyclingmaterial mit der 9-t-Raupe in mehreren Gefällen abgezogen
- Reitplatz in Bark, Oktober 2026: Schotterschicht mit Bobcat T450 und Laserschild abgezogen
Unsere Maschinen reichen vom Minibagger mit 1,9 t, der durchs Gartentor passt, bis zum Kettenbagger mit 18 t. Auf Google stehen 5,0 Sterne aus 12 Rezensionen (Stand 05.10.2026). Auf Anfrage fragen wir frühere Auftraggeber, ob Sie eine fertige Fläche ansehen können.

Boden und Wasser im Kreis Segeberg: Sand, Lehm, Torf und Grundwasser
Rund um Seth wechselt der Boden oft schon von Grundstück zu Grundstück. Der Kreis Segeberg liegt auf der Grenze zweier Landschaften, die die Eiszeit hinterlassen hat. Deshalb trifft ein Erdbauer hier auf fast jede Bodenart.
Die Böden rund um Seth im Einzelnen: Sand, Lehm mit Steinen, Torf und Mudde, Grundwasser, nasse Witterung
- Sand: Im Westen und Süden des Kreises liegt meist Sand, den das Schmelzwasser der Gletscher abgelagert hat. Er trägt gut, lässt Regen versickern und lässt sich gut verdichten.
- Lehm mit Steinen: Im Osten, im Hügelland Richtung Bad Segeberg, liegt oft Lehm mit eingeschlossenen Steinen, den die Gletscher zurückgelassen haben (Fachbegriff Geschiebelehm oder Geschiebemergel). Er trägt, lässt aber kaum Wasser durch. Nass wird er schmierig und lässt sich dann nicht richtig verdichten.
- Torf und Mudde: In Senken und an Bächen, wo das Grundwasser hoch steht, liegen weiche Böden aus Pflanzenresten (Torf) und Schlamm (Mudde). Sie tragen kaum und geben unter Last noch jahrelang nach. Ein Haus darf darauf nicht stehen. Solcher Boden wird ausgehoben und gegen Sand ausgetauscht, bis tragfähiger Grund kommt.
- Grundwasser: Vor allem in Niederungen steht das Wasser oft schon in geringer Tiefe. Dann muss die Grube während der Arbeit trocken gehalten werden, meist mit Pumpen. Das abgepumpte Wasser darf nicht einfach auf das Nachbargrundstück laufen.
- Nasse Witterung: Auf durchnässtem Boden fährt ein guter Erdbauer nicht mit schweren Maschinen. Sonst drückt er den Boden so dicht, dass später kein Wasser mehr versickert und im Garten nichts mehr richtig wächst.
Gute Antwort
- „Bevor wir anbieten, will ich wissen, was im Boden ist: Gibt es ein Bodengutachten? Sonst graben wir vorher ein Probeloch.“
- Er sagt, was passiert, wenn unter dem Sand Torf kommt, und wie das abgerechnet wird.
- Er weiß, wohin das Wasser aus der Grube gepumpt wird.
Warnsignal
- „Boden ist Boden.“
- Ein Festpreis für den Aushub, ohne den Boden zu kennen.
- Bei Dauerregen wird trotzdem weitergefahren.
So machen wir es
Wir haben schon Baugruben für Häuser fast 2,5 m tief ausgehoben, weil erst dort tragfähiger Boden kam. Den weichen Boden darüber haben wir gegen Sand ausgetauscht und Schicht für Schicht festgerüttelt. Ist der Untergrund unklar, graben wir vorher mit dem Bagger nach. Für Gruben, in denen Wasser steht, haben wir eine Schmutzwasserpumpe im Mietpark (Wacker PS2 400), die Sie auch mieten können.
Wir arbeiten rund um Seth, zum Beispiel in:Bad SegebergHenstedt-UlzburgKaltenkirchenNorderstedtganzes Einsatzgebiet
Wer bei Erdarbeiten was übernimmt
Der Erdbauer gräbt, füllt wieder auf, rüttelt fest und legt die Rohre für Abwasser und Regenwasser bis zum öffentlichen Kanal. Strom, Gas, Trinkwasser und Telefon legt der Versorger. Prüfungen machen Fachfirmen, Erlaubnisse kommen von Kreis und Gemeinde, und die Leitungspläne besorgt der Bauherr.
Alle Aufgaben in der Übersicht: Tabelle mit 15 Aufgaben: wer sie übernimmt und wie wir es machen
| Aufgabe | Wer | So machen wir es |
|---|---|---|
| Leitungspläne der Versorger | Bauherr, bei den Versorgern | fragen wir vor dem Aushub ab |
| Sollhöhen und Planung der Entwässerung | Planer | ohne Planer: Höhen gemeinsam mit Ihnen |
| Aushub, Gräben, schräge Grabenwände, Abstützung | Erdbauer | machen wir selbst, Bagger von 1,9 bis 18 t |
| Planum, Schotterschicht, Verdichten | Erdbauer | 2D-Laser, Rüttelplatten 195/550/830 kg, Tandemwalze |
| Rohre für Abwasser und Regenwasser bis zum Siel (norddeutsch für den öffentlichen Abwasserkanal) | Erdbauer | machen wir selbst, Gefälle per Laser |
| Drainage, Sickerschacht, Rigole (unterirdischer Kies- oder Kunststoffspeicher, aus dem Regenwasser versickert) | Erdbauer | machen wir selbst |
| Gräben für Strom, Wasser, Telefon | Erdbauer | auf Wunsch |
| Leitungen für Strom, Gas, Trinkwasser, Telefon | Versorger oder Firma in seinem Auftrag | |
| Plattendruckversuch | Prüffirma | Partnerunternehmen, Termin über uns, Protokoll an Sie, eigener Posten |
| Dichtheitsprüfung neuer Abwasserrohre | externer Prüfer | wir vermitteln einen Partner, sonst beauftragen Sie selbst |
| Bodenuntersuchung für die Entsorgung | Labor | veranlassen wir in Rücksprache mit Ihnen |
| Abfahren und Entsorgen | Erdbauer, Annahmestelle | Kipper oder Abrollcontainer, Wiege- und Lieferscheine auf Wunsch |
| Erlaubnis oder Prüfung der Versickerung | Untere Wasserbehörde des Kreises (das Amt für Grundwasser und Gewässer) | |
| Befreiung von der Pflicht, Regenwasser in den Kanal zu leiten | Gemeinde | |
| Asbesthaltige Bauteile vor dem Abbruch | Fachbetrieb mit Asbest-Sachkunde |
Was in Schleswig-Holstein dazukommt
Dichtheitsprüfung neuer Abwasserrohre: Vorprüfung und Abnahme, wer verantwortlich ist, Beispiel aus Seth mit Ablauf und Messwerten
Neue Abwasserrohre auf dem Grundstück werden in Schleswig-Holstein grundsätzlich auf Dichtheit geprüft. Dafür wird die Leitung verschlossen und mit Wasser oder Luft unter Druck gesetzt. Hält der Druck, ist sie dicht.
Sinnvoll sind zwei Prüfungen. Eine Vorprüfung am offenen Graben direkt nach dem Verlegen findet ein Leck, solange es sich ohne Aufgraben beheben lässt; sie ersetzt die Abnahme aber nicht. Die Abnahmeprüfung kommt erst nach dem Verfüllen und nachdem ein Verbau entfernt ist, weil Verfüllen, Rütteln und Befahren eine Leitung noch undicht machen können.
Verantwortlich ist in der Regel der Eigentümer. Er bewahrt den Nachweis auf und zeigt ihn vor, wenn die Wasserbehörde danach fragt. Bestehende private Rohre außerhalb von Wasserschutzgebieten müssen spätestens 2040 geprüft sein.
Gute Antwort
- „Wir prüfen die Rohre vor, solange der Graben offen ist. Die Abnahme macht danach der Sachverständige.“
Warnsignal
- „Prüfen? Die Rohre sind neu, die sind dicht.“
Beispiel aus der Praxis: Abwasseranschluss eines Einfamilienhauses in Seth
Wir haben die Erdarbeiten gemacht und die Abwasserrohre verlegt: 27,5 m Kunststoffrohr, etwa 10 cm dick (DN 100), mit drei Kontrollschächten, durch die man später in die Leitung sehen und sie reinigen kann, und einem Übergabeschacht an der Grundstücksgrenze.
So lief es ab
- Der Bauherr reicht beim Amt den Entwässerungsantrag mit einer Planskizze ein.
- Wir heben die Gräben aus, verlegen Rohre und Schächte im Gefälle und verfüllen die Gräben.
- Nach dem Verfüllen prüft ein Sachverständiger die ganze Leitung samt Schächten auf Dichtheit. Das ist die Abnahmeprüfung; sie gehört nach dem Verfüllen, weil erst dann feststeht, dass beim Verdichten nichts undicht geworden ist.
- Mit dem Prüfprotokoll bestätigt das Amt schriftlich, dass der Anschluss an den öffentlichen Kanal in Ordnung ist. Eine Abnahme vor Ort gab es in diesem Fall nicht.
- Eine Kopie dieser Bestätigung geht an die Bauaufsicht des Kreises.
So lief die Prüfung
- Die Leitung wird verschlossen und bis über die Rohre mit Wasser gefüllt; hier stand das Wasser 1,10 m hoch.
- Erlaubt ist ein Prüfdruck von 10 bis 50 kPa über dem Rohrscheitel (der Oberkante des Rohrs), das entspricht 1 bis 5 m Wassersäule.
- Erst steht das Wasser eine Stunde, damit sich Rohre und Schächte vollsaugen, dann wird 30 Minuten gemessen.
- Erlaubt waren hier 2,71 Liter Wasserverlust (0,2 Liter je m² benetzter Innenfläche; das gilt für Rohre mit Schächten, für Rohre allein sind es 0,15 Liter je m²).
- Gemessen wurde praktisch nichts: Die Leitung hat die Prüfung ohne messbaren Wasserverlust bestanden.
- Prüfverfahren: DIN EN 1610, Prüfung mit Wasser.
Regenwasser versickern im Kreis Segeberg: Wann keine Erlaubnis nötig ist, Abstände zum Grundwasser, was erst durch die Rasenmulde muss
Nach dem Merkblatt des Kreises Segeberg brauchen Sie auf einem reinen Wohngrundstück keine Erlaubnis, wenn höchstens 300 m² Dach- und Pflasterfläche an eine Rigole oder einen Sickerschacht angeschlossen sind. Versickert das Wasser in einer flachen Rasenmulde oder auf der Fläche, sind es höchstens 1.000 m². Das Grundstück darf dafür nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen und nicht mit Altlasten belastet sein.
- Unter Rigole oder Schacht bleibt mindestens 1 m Abstand bis zum höchsten zu erwartenden Grundwasser.
- Eine Lehmschicht, die Wasser staut (in Norddeutschland oft Geschiebelehm), darf nicht durchgraben werden.
- Wasser von Hof und Stellplatz, von Bitumendächern und von unbeschichteten Metalldächern muss erst durch eine Mulde mit Rasen oder durch Rasengittersteine. Die Erde filtert es dort. In Rigole oder Schacht gehört es nicht direkt.
- Der Kreis empfiehlt als Abstand zum Grundwasser bei Mulden 1,50 m, bei Rigolen mit Rohr 2,00 m und bei Schächten 3,00 m. Gemessen wird im Sommer und mit Zuschlag, weil das Grundwasser im Winter steigt.
- Schreibt die Gemeinde vor, dass Regenwasser in den Kanal muss, braucht es meist zusätzlich ihre Befreiung.
Ob Sie eine Rigole oder einen Schacht vorher anmelden müssen, fragen Sie bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises nach.
Mehr zum Bau von Sickerschacht und Rigole: Entwässerung
Was Sie als Bauherr beisteuern: Unterlagen, Entscheidungen, Zugang und Freigaben
Der Erdbauer bringt Maschinen und Erfahrung mit. Von Ihnen kommen Unterlagen, Entscheidungen, Zugang und Freigaben. Kommen sie rechtzeitig, bleibt die Baustelle planbar, und teure Wartezeiten oder Nachträge bleiben aus.
- Unterlagen: Lageplan mit Höhen, Leitungspläne der Versorger, Bodengutachten (falls vorhanden), Entwässerungsantrag bzw. Genehmigung.
- Entscheidungen: Höhen und Gefälle, Material und Schichtdicken, wohin der Mutterboden kommt.
- Zugang: freie Zufahrt für Lkw und Bagger, Platz für die Haufen mit Aushub und Mutterboden.
- Freigaben: Mehrarbeit und Nachträge zeitnah freigeben, per WhatsApp, schriftlich oder als Nachtragsangebot.
Woraus sich der Preis für Erdarbeiten zusammensetzt
Der Preis setzt sich aus Anfahrt, Maschine und Einsatzzeit, Aushub, Abfahren, Entsorgung, neuem Material und Prüfungen zusammen. Die Entsorgung lässt sich vorab nicht festlegen, solange die Bodenklasse unbekannt ist. Welche Klasse der Boden hat, zeigt sich erst beim Graben oder durch die Untersuchung.
Alle Kostenbestandteile in der Übersicht: Tabelle mit 11 Posten: wovon jeder abhängt und wie er im Angebot stehen sollte
| Kostenbestandteil | Wovon er abhängt | So sollte er im Angebot stehen |
|---|---|---|
| Anfahrt, Maschinentransport | Entfernung, Zahl und Größe der Maschinen; eine Planierraupe kommt auf dem Tieflader | eigene Position oder ausdrücklich „enthalten“ |
| Aushub | Menge, Bodenart, Tiefe, Platz zum Arbeiten | m³ mit Preis je m³, dazu „fest“ (im Boden gemessen) oder „lose“ (auf dem Lkw) |
| Freilegen von Leitungen mit der Schaufel | Zahl und Lage der Leitungen | eigene Position mit Beschreibung |
| Schräge Grabenwände oder Abstützung | Tiefe, Bodenart, Platz neben dem Graben | schräge Wände über die Aushubmenge, Abstützung als eigene Position |
| Abfahren | Menge, Auflockerung, Weg zur Annahmestelle, Kipper oder Container | je Fahrt, je Container, m³ oder t |
| Entsorgung | Bodenklasse nach Untersuchung, wie sauber getrennt wurde | eigener Posten, nach t laut Wiegeschein oder nach m³ |
| Bodenuntersuchung | ob die Annahmestelle sie verlangt, Menge | eigene Position oder Regel, wer sie beauftragt |
| Neues Material | Sand, Schotter oder Recyclingmaterial, Fläche, Schichtdicke | m³ oder t mit Preis je Einheit, Schichtdicke genannt |
| Planum, Abziehen, Verdichten | Fläche, Gefälle, wie fest der Boden sein muss | m² mit Preis je m², Gefälle in % und Zielwert genannt |
| Prüfungen | Zahl der Messpunkte beim Plattendruckversuch, Länge der Rohre bei der Dichtheitsprüfung | eigene Positionen oder Vermerk, wer sie beauftragt |
| Mehrarbeit | Boden anders als erwartet, Hindernisse im Boden | Regel: Absprache vor der Arbeit, Nachtrag (Zusatzangebot) |
So vergleichen Sie zwei Angebote
- Gleiche Einheit: Rechnen Sie Kubikmeter und Tonnen auf eine Basis um. Ein Kubikmeter Sand wiegt meist 1,7 bis 1,9 t. Auf dem Lkw ist er um ein Siebtel bis ein Viertel mehr als in der Grube.
- Gleiche Posten: Fehlen in einem Angebot Entsorgung, Bodenuntersuchung, Prüfungen, Anfahrt oder Handarbeit an Leitungen, ist es nur scheinbar günstiger.
- Gleicher Aufbau: Material und Dicke jeder Schicht müssen übereinstimmen. Sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Einfahrten.
- Gefälle und Zielwert: Stehen Gefälle in Prozent und Ev2-Wert im Angebot, lässt sich die Arbeit hinterher nachmessen.
- Preis je Einheit statt Endsumme: Vergleichen Sie Zeile für Zeile.
- Mehrarbeit: Im Angebot steht, dass der Erdbauer Mehrarbeit vor dem Weiterarbeiten mit Ihnen abspricht.
So rechnen wir
Für Einsätze mit Fahrer nennen wir Ihnen nach Fotos eine erste Größenordnung. Danach bekommen Sie ein Angebot mit Mengen in m³ bzw. t und Preisen je Einheit. Plattendruckversuch und Entsorgung stehen als eigene Posten darin. Wer selbst fährt, findet feste Tagespreise beim Baggerverleih: Der Minibagger mit 1,9 t kostet 119 € am Tag inkl. MwSt.

Sechs Fehler, die man der Fläche später ansieht
Höhe nach Augenmaß
Ohne Laser und festen Bezugspunkt stimmt das Gefälle nur ungefähr. In der Einfahrt bleiben Pfützen stehen, oder das Wasser läuft zur Hauswand statt davon weg.
Gefälle erst im Splittbett
Ist der Boden darunter eben, wird das Splittbett an einer Seite dicker als an der anderen. Regenwasser, das durch die Fugen sickert, bleibt auf dem ebenen Boden stehen.
Die ganze Auffüllung auf einmal
Die Rüttelplatte erreicht die unteren Zentimeter nicht. Sie bleiben locker und geben unter Last nach. Nach einigen Monaten sackt das Pflaster ein, oder die Autoreifen drücken Spurrinnen in die Einfahrt.
Schwere Platte direkt über dem Rohr
Bis 1 m über einem neuen Rohr gehören nur leichte und mittlere Rüttelplatten hin. Eine schwere Platte kann das Rohr beschädigen oder aus dem Gefälle drücken. Dann staut sich später das Abwasser.
Nach Plan bis an die Leitung gebaggert
Die Tiefe im Plan ist nur ungefähr, die Leitung liegt oft flacher. Ein Treffer an Gas- oder Stromleitung ist gefährlich, und wer sie beschädigt, haftet.
Aushub gemischt
Landen Mutterboden, Lehm und Bauschutt auf einem Haufen, taugt der Mutterboden nicht mehr für den Garten. Die Annahmestelle stuft das Gemisch in eine teurere Klasse ein.
Checkliste: 47 Punkte für jede Bauphase
Die Checkliste folgt dem Ablauf vom ersten Anruf bis zur Rechnung. Haken Sie ab, was erledigt oder zugesagt ist. Was offen bleibt, klären Sie vor der Unterschrift.
Checkliste als PDF ausdrucken (2 Seiten A4)A. Betrieb auswählen: 7 Prüfpunkte, Nr. 1 bis 7
B. Besichtigung: 8 Prüfpunkte, Nr. 8 bis 15
C. Angebot prüfen: 10 Prüfpunkte, Nr. 16 bis 25
D. Vor Baubeginn: 7 Prüfpunkte, Nr. 26 bis 32
E. Während der Arbeiten: 11 Prüfpunkte, Nr. 33 bis 43
F. Abnahme und Unterlagen: 4 Prüfpunkte, Nr. 44 bis 47
Sechzehn Begriffe, die im Angebot stehen
Die Begriffe mit Erklärung: Planum, Sandplatte, Tragschicht, Frostschutzschicht, Ev2 und 11 weitere
- Planum
- der glatt abgezogene und festgerüttelte Boden, auf dem alles aufbaut. Darauf kommen Schotter und Pflaster oder die Bodenplatte des Hauses.
- Sandplatte
- eine festgerüttelte Sandschicht unter einem Haus. Ihre Oberfläche ist das Planum für das Fundament.
- Tragschicht
- die Schotterschicht, die das Gewicht der Autos trägt und verteilt. Sie liegt unter Pflaster oder Platten.
- Frostschutzschicht
- eine Schicht aus Kies oder Schotter unter der Tragschicht. Sie lässt Wasser durch, damit im Winter nichts hochfriert.
- Ev2
- Messwert, wie fest der Boden ist, in MN/m². Je höher, desto mehr trägt er.
- Lage, Schütthöhe
- Eine Lage ist eine Schicht, die auf einmal eingebaut und festgerüttelt wird. Die Schütthöhe ist ihre Dicke vor dem Rütteln.
- Proctordichte
- wie dicht der Boden im Vergleich zum Labor ist. 100 % heißt: so dicht, wie derselbe Boden im Labor höchstens wird.
- Homogenbereich
- ein Abschnitt im Boden, der sich überall gleich ausbaggern lässt. Er steht im Bodengutachten und hat 2015 die alten Bodenklassen 1 bis 7 abgelöst.
- Bodenklasse für die Entsorgung (BM-0 bis BM-F3)
- Einstufung von Aushub nach einer Laboruntersuchung. Sie entscheidet, wohin der Boden darf und was die Annahme kostet.
- Schachtschein, Leitungsauskunft
- Pläne der Versorger, wo Strom, Gas, Wasser, Telefon und Fernwärme im Boden liegen. Die eingezeichnete Lage ist nur ungefähr.
- Geschiebelehm, Geschiebemergel
- Lehm mit eingeschlossenen Steinen, den die Gletscher der Eiszeit zurückgelassen haben. Er trägt, lässt aber kaum Wasser durch.
- Torf
- weicher Boden aus Pflanzenresten in Senken und an Bächen. Er trägt kaum und wird unter einem Haus gegen Sand ausgetauscht.
- Mudde
- weicher Schlamm im Boden, oft zusammen mit Torf. Er gibt unter Last noch jahrelang nach.
- Wasserhaltung
- eine Grube während der Arbeit trocken halten, wenn Grundwasser hineinläuft, meist mit Pumpen. Das abgepumpte Wasser darf nicht einfach auf das Nachbargrundstück laufen.
- Siel
- norddeutsches Wort für den öffentlichen Abwasserkanal unter der Straße.
- Rigole
- ein unterirdischer Speicher aus Kies oder Kunststoffkästen. Regenwasser läuft hinein und versickert langsam im Boden.
Weitere Fragen zu Erdarbeiten
Worauf muss man bei der Auswahl eines Erdbauers achten?
Darauf, dass er Zahlen nennt und sie ins Angebot schreibt: Gefälle in Prozent, Dicke jeder Schicht vor dem Festrütteln, wie fest der Boden werden soll, Abstand zu Leitungen und wie die Entsorgung abgerechnet wird. Dazu gehören Baustellen mit Ort und Datum, Maschinen passend zu Fläche und Zufahrt und eine klare Aufteilung, was er selbst macht und was Prüfer oder Versorger übernehmen. Die sieben Fragen oben eignen sich als Leitfaden für das Gespräch.
Wie findet man seriöse Erdbau-Unternehmen in der Nähe?
Über Baustellen mit Ort und Datum aus Ihrer Gegend, Bewertungen mit Text und ein vollständiges Impressum mit Anschrift. Ein seriöser Betrieb sieht sich das Grundstück vor dem Angebot an oder fragt nach Fotos von Fläche und Zufahrt. Bei weiter Anfahrt lohnt sich ein Einsatz ab einem vollen Maschinentag. Für kleine Aufträge weit von Seth nennen wir Ihnen deshalb einen Anbieter vor Ort.
Welche Kosten kommen beim Erdbau auf einen zu?
Sie zahlen Anfahrt, Maschine mit Fahrer, Aushub, Abfahren, Entsorgung je nach Bodenklasse, neues Material und je nach Vorhaben Prüfungen, etwa ob der Boden fest genug ist oder ob neue Abwasserrohre dicht sind. Feste Preise je Quadratmeter lassen sich ohne Blick auf Boden, Menge und Zufahrt kaum nennen. Wir nennen Ihnen nach Fotos eine erste Größenordnung und danach ein Angebot mit Mengen und Preisen je Einheit. Die Entsorgung steht darin als eigener Posten nach der tatsächlichen Bodenklasse.
Brauche ich für meine Hofeinfahrt einen Plattendruckversuch?
Vorgeschrieben ist er für eine private Hofeinfahrt meist nicht. Sie fällt in der Regel in keine der Belastungsklassen, die für Straßen gelten. Wer trotzdem einen Nachweis möchte, schreibt den gewünschten Wert und den Versuch in den Vertrag; die Werte für Straßen dienen dabei als Richtschnur. Bei uns macht ein Partnerunternehmen den Versuch. Sie bekommen das Protokoll, und der Versuch ist ein eigener Posten.
Wie läuft die Dichtheitsprüfung beim neuen Abwasseranschluss?
Sinnvoll sind zwei Prüfungen. Eine Vorprüfung am offenen Graben findet ein Leck, solange es sich ohne Aufgraben beheben lässt; sie ersetzt die Abnahme aber nicht. Die Abnahmeprüfung macht ein Sachverständiger erst nach dem Verfüllen: Die Leitung wird samt Schächten verschlossen und mit Wasser gefüllt, nach einer Stunde Wartezeit wird 30 Minuten lang gemessen, wie viel Wasser verloren geht. Erlaubt sind bei Rohren mit Schächten 0,2 Liter je m² benetzter Innenfläche, bei Rohren allein 0,15 Liter; beim Einfamilienhaus in Seth hat die Leitung ohne messbaren Wasserverlust bestanden.
Kann ich den Bagger auch selbst fahren?
Ja. Den Minibagger mit 1,9 t mieten Sie bei uns für 119 € am Tag inkl. MwSt., mit Abholung in Seth, persönlicher Übergabe und Einweisung. Die Planierraupe gibt es nur mit Fahrer. Holen Sie auch als Selbermacher vorher die Leitungspläne ein und graben Sie in der Nähe von Leitungen mit der Schaufel weiter. Wer eine Leitung beschädigt, haftet für den Schaden.
Was ist der Unterschied zwischen Planum und Sandplatte?
Das Planum ist eine Oberfläche, die Sandplatte eine Schicht. Das Planum ist der glatt abgezogene, festgerüttelte Boden auf der richtigen Höhe. Eine Sandplatte ist eine festgerüttelte Sandschicht unter einem Haus; ihre Oberfläche ist wiederum das Planum, auf dem das Fundament entsteht.
Welche Böden gibt es im Kreis Segeberg?
Im Westen und Süden des Kreises liegt meist Sand, im Hügelland im Osten Richtung Bad Segeberg oft Lehm mit eingeschlossenen Steinen. In Senken und an Bächen liegen weiche Böden aus Torf und Mudde, die kaum tragen. Sie werden ausgehoben und gegen Sand ausgetauscht, bei Häusern manchmal bis fast 2,5 m tief.
Gibt es die Bodenklassen 1 bis 7 noch?
Nein, seit 2015 nicht mehr. Seitdem teilt das Bodengutachten den Boden in Homogenbereiche ein, also Abschnitte, die sich gleich ausbaggern lassen. Jeder Homogenbereich bekommt meist eine eigene Zeile im Angebot. Für die Entsorgung zählt etwas anderes: die Bodenklasse aus der Laboruntersuchung, von BM-0 bis BM-F3.
Gut ist ein Erdbauer, dessen Antworten Sie nach der Arbeit nachmessen können.
Checkliste als PDF ausdrucken (2 Seiten A4)Stellen Sie uns die sieben Fragen selbst
Rufen Sie uns an, Mo–Fr 07:00–18:00 Uhr, Sa 08:00–14:00 Uhr. Fotos von Fläche und Zufahrt schicken Sie per WhatsApp an dieselbe Nummer.